Andacht zum Weltgedenktag verstorbener Kinder in Lünen

Stille-Zeit-13895_178x178Seit vielen Jahren stellen Menschen rund um die Welt jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass an diesem Tag eine Lichterwelle die ganze Welt umringt. Hiermit gedenken die Menschen der Kinder, die schon in der Schwangerschaft oder kurz nach ihrer Geburt gestorben sind. Ihre Botschaft: Unsere Kinder haben das Leben erhellt und werden nicht vergessen. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass es im Leben der Trauernden nicht immer dunkel bleibt, für die Solidarität der Betroffenen untereinander und mit ihren Nächsten.

„Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.“ (Psalm 143, 4)
Erstmals hat die Gemeinde Lünen aus Anlass dieses Weltgedenktags verstorbener Kinder (Worldwide Candle Lighting) am Sonntag, 13. Dezember 2015, eine Andacht ausgerichtet: „Schon ein kleines Licht kann viel Dunkelheit erhellen. So haben wir Lichter des Gedenkens hier an den Altar gestellt, um manches wieder hell zu machen.“ Mit diesen Worten führte Evangelist Lohrmann, Vorsteher der Gemeinde Lünen, in die Andacht ein und nahm hierbei Bezug auf die Kerzen, die von den Andachtsteilnehmern entzündet und vor dem Altar abgestellt worden waren. „Wir wollen sicher gegen manches Dunkel des Vergessens ein Licht setzen. Wir können auch gegen die Verfinsterung der Gedanken anleuchten. Wir haben die Möglichkeit, uns gegenseitig mit leuchtenden Augen unsere Herzen hell zu machen“, so Lohrmann weiter und appellierte dabei an die Andachtsteilnehmer, ein Licht in die Welt zu tragen. Ausgehend vom 143. Psalm stellte er fest, Gottes Liebe sei in der Lage, die Sterne zu zählen und ihnen Namen zu geben, sie halte sich nicht an Grenzen von Diesseits und Jenseits, sei universell und allumfassend.

Dieses Licht der Hoffnung aus dem Evangelium Jesu Christi blieb nicht nur ein Wort, sondern wurde mit Entzünden einer weiteren, großen Kerze auf dem Altar sichtbar. Auch die von Gott gezählten, benannten Sterne leuchteten symbolisch auf am mit Sternen illuminierten Pyramidendach der Kirche sowie an der Altarrückwand. Musikalische Beiträge – unter der Leitung von Marko Braun, Dirigent der Gemeinde Lünen – nahmen das Thema auf und vertieften es.

Mit Gedanken zum 23. Psalm – vorgetragen von Berit Hueck und Kevin Mosterts sowie unterbrochen durch gemeinsamen Gesang – wurde eine Reise unternommen – vom dunklen Tal, von der Frage „Gott, wo bist Du?“, über die Hoffnung, die wir aus Gottes Gegenwart schöpfen können, bis hin zum Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Wir glauben, dass unsere Kinder in Jesu Schoß, in Gottes Hand geborgen sind für immer. Und wir glauben, dass wir im Haus des Herrn bleiben dürfen allezeit.“

Das Licht der Sterne und Kerzen führte schließlich auch durch die Fürbitten: „Bitte bewahre die Sternenkinder – auch weiterhin – in deinem Haus. Und lass all die Menschen, die um ein Kind trauern, Trost und Zuflucht bei dir finden und schenke ihnen den Blick für die kleinen Lichter der Hoffnung in ihrem Leben.“
Text: Gunnar Herrmann – Fotos: Lutz Szepoks