Eine Lüner Weihnachtsgeschichte

Was hat der internationale Jugendtag in Düsseldorf mit Weihnachten in Lünen und Livigstone zu tun? Genau das gilt es zu berichten.

Der IJT 2019 war ein herausragendes Ereignis. Und wer je auf der “grünen Route” gelaufen ist, der weiß, was Ausdauer heißt. Er kennt auch das Glücksgefühl, nach einem schier endlos wirkenden Weg dann doch pünktlich anzukommen. Aber was es bedeutet, wenn ein Paket nach Afrika die „grüne Route“ (*) nimmt … Aber von vorne.

Am Himmelfahrtswochenende 2019 treffen sich in Düsseldorf rund 30.000 junge Christen zum internationalen Jugendtag. Auf einer der unzähligen Veranstaltungen – während des Workshops „Have self-confidence! For women and girls“ am Freitagnachmittag – lernte Nadine, Jugendliche in der Gemeinde Lünen, Deutschland, Eneless kennen, Jugendliche in der Gemeinde Airport in Livingstone, Sambia. Nach dem Workshop und später nach dem Jugendtag – jeder wieder in seiner Heimat – blieben die beiden über die sozialen Medien in Kontakt. Nach einiger Zeit erweiterte sich der Austausch auf die jeweiligen Gemeindevorsteher.

Nadine, zweite von links, mit einer Freundin auf dem IJT2019 in Düsseldorf
Eneless, erste von links, mit ihren Geschwistern vor dem Haus ihrer Eltern in Livingstone, Sambia

Im Laufe des Sommers kam dann die Idee auf, dass doch vielleicht die Geschwister aus der Gemeinde Lünen den Geschwistern in der Gemeinde Airport ein wenig helfen könnten. Drei Gedankensprünge später gab es die Aktion „Shoes and Shirts for Sambia“. Die Lüner waren aufgerufen, zum Erntedankgottesdienst ein Paar neue Turnschuhe oder ein T-Shirt mitzubringen. Diese wurden dann gesammelt und zu großen Paketen verpackt. Das Porto für die Pakete hatten ebenfalls freudige Unterstützer gespendet. (wir berichteten Erntedank 2019 )

Am 16. Oktober 2019 machten sich dann der Vorsteher und der Gemeindeevangelist auf den Weg zur Post. Pakete reinschleppen, Papierkram erledigen, Porto bezahlen – fertig. Und nun kam das Spiel der „grünen Route“.

Eine Reisezeit von vier Wochen war prognostiziert. Voller Ungeduld schauten also alle Beteiligten in Deutschland und Sambia ab dem 13. November täglich in die App des Logistikers. Die verriet allerdings nur, dass die Sendung seit dem 17. Oktober auf dem Weg ins Zielland sei. Später ließ sich vernehmen „Sendung in der Zielregion angekommen“. Der November verging. Es wurde Zeit für Nachforschungen, welche alsbald angestrengt wurden. Ergebnis: „Die Pakete sind irgendwo in Afrika.“

Mittlerweile traten die ersten Zweifel deutlich in den Vordergrund und wurden später zur Gewissheit – die Pakete sind verschwunden.

Und dann passierte, was nur noch sehr verhalten gehofft wurde. Am 19. Dezember 2019, nach 64 Tagen tauchten die Pakete in der Poststation in Livingstone auf – die Zielgerade. Jetzt wurde noch schnell festgestellt, dass noch einige Euro Steuern für die „Einfuhr der neuwertigen Artikel“ fällig wurden. Diese fanden dann auch innerhalb einer halben Stunde den Weg von Lünen nach Sambia (Geld kennt die Pinke-Route!) und der Gemeinde-vorsteher in Livingstone, Hirte Glen Iluki, konnte am 23. Dezember 2019 die Pakete in Empfang nehmen.

Und ja, es läuft tatsächlich darauf hinaus: Nach dem Weihnachts-gottesdienst konnten die Geschenke aus Lünen in Livingstone verteilt werden.

(*) Was ist die “grüne Route”? Während des IJTs führten aus Sicherheitsgründen vier verschiedene Fußwege von den Veranstaltungshallen zu den Eingängen der Arena, wo die Großveranstaltungen stattfanden. Diese farblich markierten Routen hatten unterschiedliche Längen. Während die pinke Route mit rund 800m die kürzeste war, mussten Besucher auf der grünen Route insgesamt 2,4km zur Arena zurücklegen. Die Zugehörigkeit zu einer Route wurde mit der Anmeldung festgelegt und später mit farbliche Armbänder, die während des Jugendtages getragen werden mussten, gekennzeichnet. Die Scouts, achteten sehr genau darauf, dass ein jeder auch exakt seine Route zur Arena lief. Abkürzungen oder ein Wechseln der Route waren nicht möglich.