Gut, dass wir einander haben!

Am Sonntag, 07. Juni 2020, konnten die neuapostolischen Christen in Lünen nach drei Monaten “Corona-Pause” endlich wieder Gottesdienst feiern. Neben knapp vier Dutzend Geschwistern vor Ort verfolgten noch ca. zweimal soviele diesen am Telefon.

“Wir halten die Abstandsregeln ein und schütteln uns weder die Hände, noch umarmen wir uns. Wenn wir uns in der Kirche bewegen, dann haben wir eine Mund-Nase-Bedeckung angelegt. Darüber hinaus dürfen wir aktuell nicht singen.” Damit waren die äußerlichen Bedingungen für die Durchführung des Gottesdienstes zusammengefasst.

Und trotzdem konnte es nur ein passendes Stück zum Einzug in diesen Gottesdienst geben: GB 255 “Großer Gott, wir loben Dich!”

Inhaltlich führte der Gemeindevorsteher, Evangelist Jörg Lohrmann, zu dem Bibelwort aus 2. Korinther 13,13 anlässlich des “Dreieinigkeitssonntages” aus.

Die Gnade Jesu Christi führt zur Freiheit.
Jean-Jacques Rousseau sagte dazu: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“
Die Liebe Gottes macht uns alle gleich.
Gleichheit bei Gott heißt nicht: Wenn wir vor einem Bretterzaun stehen, dann bekommt halt jeder den gleichen 40 cm Hocker. Wenn Du nun 1,60 Meter groß bist und der Zaun 2 Meter hoch ist, na, dann kannst Du halt nicht drüber schauen – Pech gehabt.
Bei Gott heißt das, dass jeder den Hocker bekommt, welchen er braucht, um über den Zaun zu klettern. „Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen.“ (Psalm 18,30)
Aktuell stehen Menschen auf – oder besser, beugen ihr Knie – um zu bekunden, dass jedes Leben zählt. – Die Liebe Gottes macht uns alle gleich!
In der Gemeinschaft des Heiligen Geistes sind wir Brüder und Schwestern.
Die Aufgabe des Heiligen Geistes ist es, Gottes Willen zu verkündigen sowie Gottes Volk zu sammeln und vorzubereiten. Wenn dieser Geist uns treibt, dann passiert das, was in 2. Petrus 1,5-8 geschrieben steht: „So wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit Brüderlichkeit und in der Brüderlichkeit die Liebe. Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.“

“Und wenn wir jetzt in dem Segensgruß ‘Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!’ die Grundlage von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erkennen, dann merken wir, dass das nicht nur etwas für den Sonntag ist, sondern für jeden Tag” schloss der Vorsteher seine Predigt.

Da das Singen im Moment ja nicht möglich ist, fanden Gemeindemitglieder andere Möglichkeiten für besondere Akzente im Gottesdienst.

Schon vor dem Gottesdienst zitierte Priester Gunnar Herrmann aus dem Gedicht von Kurt Marti “Glücklichpreisung”. Im Gottesdienst umrahmte dann Diakon Marko Braun musikalisch ein Glaubensbekenntnis, welches Evangelist Stephan Wiese vorlas – Chormappe 181 “Ich glaube an den Vater”. Schwester Silke Herrmann verlas vor der Feier des Heiligen Abendmahls das Bußlied GB 307 “Dein bin ich, Gott” und den bewegenden Schlusspunkt setzten Schwester Birgit Burchardt, Orgel, und Diakon Marko Braun, Klavier, mit einer Varation des Chorliedes 357 “Gut, dass wir einander haben!”.

Text: Redaktion – Fotos: Gunnar Herrmann