Sünde, Schuld & Gnade

GIF-Titel-300x176„Wenn eine Mutter aus Not etwas zu essen für ihr Kind stiehlt, dann mag das zwar Sünde sein. Jedoch dürfte ihr ein geringerer Schuldvorwurf zu machen sein als jenem, der eine goldene Uhr stiehlt, nur um auch sie zu besitzen.“ – Mit diesem Beispiel erklärte Bezirksältester Stefan Pöschel den Unterschied zwischen Sünde und Schuld aus neuapostolischer Sicht bei dem Gespräch im Foyer am Abend des 27. März 2015 zum Thema „Sünde, Schuld & Gnade“.
Silke Herrmann hatte mit einer Kurzgeschichte in das Thema eingeführt. Pfarrer Clemens Kreiss (St. Marien Lünen), Bezirksältester Stefan Pöschel und Oberstaatsanwalt Gunnar Herrmann (Priester der Gemeinde Lünen) erläuterten sodann in kurzen Vorträgen ihre Sicht auf das Thema: Pfarrer Kreiss erklärte, welche Bedeutung die Beichte im katholischen Glauben hat, und streifte die Frage, ob die „Kirche der Sünder“ auch eine „Sündige Kirche“ ist. Oberstaatsanwalt Herrmann spürte den Fragen nach, ob das Opfer einer Strafrat ein Recht auf die Bestrafung des Täters hat und ob es Gnade ohne Reue gibt. Bezirksältester Pöschel definierte schließlich die Begriffe „Sünde“ und „Schuld“ aus neuapostolischer Sicht. Marko Braun sorgte am Klavier für Denkpausen.
Moderiert von Gemeindevorsteher Evangelist Jörg Lohrmann machten die Teilnehmer in dem voll besetzten Kirchenfoyer regen Gebrauch von der Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Referenten zu diskutieren: „Unterliegt die Antwort der Kirchen, was Sünde sei, einem Wandel?“, „Kann die Kirche ihre Macht, Sünde zu definieren, missbrauchen?“, „Darf man Leben gegen Leben abwägen?“ – Mit Beendigung der Veranstaltung verblieb bei Teilnehmern der Eindruck, dass das Thema noch nicht erschöpfend behandelnd worden ist: Der Abend sei vielmehr der Beginn einer lohnenswerten Diskussion gewesen.

Text: Gunnar Herrmann – Fotos: Lutz Szepoks